Rechenbeispiel: Parkhaus mit Lichtbändern und Sensoren
Ein fiktives Parkhaus mit 3.000 m² auf zwei Ebenen, beleuchtet mit 40-W-Lichtbändern mit Mikrowellensensor und Nachtabsenkung. So kommen Sie auf Stückzahlen, Beleuchtungsstärke und die Einsparung gegenüber Dauerbetrieb.
Ausgangslage des Beispiels
Dieses Rechenbeispiel ist fiktiv, die Maße stammen jedoch aus der Praxis. Das Parkhaus liegt unter einem Bürogebäude und hat zwei Parkebenen von je 50 mal 30 Metern: 1.500 m² pro Ebene, zusammen 3.000 m² und gut 120 Stellplätze. Die lichte Höhe beträgt 2,6 Meter, Decke und Wände sind grauer Beton. Eine Rampe von 6 mal 10 Metern bildet Ein- und Ausfahrt. Das Parkhaus ist rund um die Uhr geöffnet, Betrieb herrscht aber nur im Berufsverkehr morgens und abends.
Die Anforderungen ergeben sich aus EN 12464-1:
- Fahrgassen: 75 lx im Mittel, Blendung UGR höchstens 25.
- Stellplätze: 75 lx im Mittel, Gleichmäßigkeit mindestens 0,4.
- Ein- und Ausfahrt am Tag: 300 lx, damit sich Augen, die von draußen kommen, anpassen können.
- Ein- und Ausfahrt bei Nacht: 75 lx.
Die Notbeleuchtung bleibt hier außen vor. Mehr Hintergrund zu Normen und Schutzarten lesen Sie unter Beleuchtung von Parkhäusern.
Leuchtenwahl: 40-W-Lichtband mit Mikrowellensensor
Für die Parkebenen wählen wir das Feuchtraum-Lichtband mit 40 W aus der Serie TRIVO: 5.600 lm bei 140 lm/W, Schutzart IP65, 4000K, mit eingebautem Mikrowellensensor. Die Gründe:
- 40 W statt 20 W: Unter einer Decke von 2,6 Metern erreichen 2.800 lm die 75 lx nur mit einem engen Raster; 5.600 lm halten die Zahl der Lichtpunkte und die Montagezeit überschaubar.
- IP65: Streusalz, Sole und Kondenswasser sind in einem unbeheizten Parkhaus normal. IP69K ist erst nötig, wo ein Hochdruckreiniger zum Einsatz kommt.
- Mikrowelle statt PIR: Der Sensor sieht durch die Abdeckung hindurch und erkennt ein Fahrzeug schon aus einigen Metern Entfernung, sodass das Licht dem Fahrzeug vorausläuft.
- Durchverdrahtet und werkzeuglos: Bei über hundert Leuchten entscheidet die Montagezeit pro Stück über Ihre Marge.
Die acht Leuchten an der Ein- und Ausfahrt sind dasselbe Lichtband in der Ausführung mit DALI-2 (6.800 lm): Dort ist kein Bewegungssensor nötig, wohl aber ein festes Tag- und Nachtniveau über die Zeitschaltuhr der Gebäudeinstallation.
Stückzahlen: so kommen Sie zur Stückliste
Faustregel für grauen Beton und eine niedrige Decke: ein Lichtband mit 5.600 lm je 25 bis 30 m² Fläche. Für 3.000 m² bedeutet das 100 Leuchten, 50 pro Ebene, in einem Raster von etwa 5 mal 6 Metern, am Rand der Fahrgasse, sodass das Licht auch auf die Stellplätze fällt.
Kontrolle mit der Wirkungsgradmethode je Ebene: 50 Leuchten × 5.600 lm = 280.000 lm. Mit einem Raumwirkungsgrad von 0,55 (dunkler Beton, niedrige Decke) und einem Wartungsfaktor von 0,8 bleiben 123.200 lm auf dem Boden: 123.200 / 1.500 m² = 82 lx im Mittel, 7 lx Reserve für die dunklen Ecken hinter Stützen und unter Unterzügen.
Die Ein- und Ausfahrt mit 60 m² verlangt 300 lx. Die DALI-2-Ausführung liefert 6.800 lm je Leuchte: 8 × 6.800 lm × 0,5 × 0,8 = 21.760 lm, also gut 360 lx. Die Stückliste:
- 100 Lichtbänder 40 W IP65 mit Mikrowellensensor
- 8 Lichtbänder 40 W IP65 mit DALI-2
- 3 Leuchten mit Sensor als Reserve vor Ort
- 1 Fernbedienung für die Sensoreinstellungen
- 3-adriges Kabel für die Sensorreihen, 5-adriges Kabel für die DALI-2-Reihe
Sensoreinstellungen und Nachtabsenkung
Die Parameter stellen Sie mit der Fernbedienung je Leuchte ein, ohne die Abdeckung zu öffnen:
- Erfassungsbereich: 75 Prozent, damit eine Leuchte nicht über zwei Stellplatzreihen hinwegschaut.
- Nachlaufzeit bei vollem Licht: 2 Minuten in der Fahrgasse, 4 Minuten auf den Stellplätzen, damit niemand beim Beladen im Dunkeln steht.
- Nachtabsenkung: 10 Prozent, nie ganz aus. Kameras bleiben nutzbar und das Parkhaus wirkt sicher.
- Bereitschaftszeit: unbegrenzt; die Leuchte bleibt auf 10 Prozent bis zur nächsten Bewegung.
Da der Mikrowellensensor ein Fahrzeug kommen sieht und die Leuchten 5 Meter auseinander hängen, schaltet eine Fahrgasse Abschnitt für Abschnitt zu, während das Fahrzeug fährt. Soll eine ganze Fahrgasse auf einmal auf volles Licht gehen oder nachts ein anderes Niveau gelten als tagsüber, wählen Sie die DALI-2-Ausführung mit Gruppen in der Steuerung. Die Ein- und Ausfahrt steht tagsüber auf 100 Prozent und geht um 22:00 Uhr über die Zeitschaltuhr auf 25 Prozent: Aus gut 360 lx werden rund 90 lx, über den 75 lx, die die Norm nachts verlangt.
Einsparung: Dauerbetrieb gegenüber Sensorsteuerung
Eine 40-W-Leuchte, die 8.760 Stunden im Jahr mit voller Leistung brennt, verbraucht 350 kWh. Für die 100 Leuchten auf den Parkebenen sind das 35.000 kWh im Jahr; bei einem Strompreis von 0,25 Euro je kWh (Annahme) sind das 8.750 Euro.
Angenommen, tagsüber von 6:00 bis 22:00 Uhr brennt eine Leuchte 25 Prozent der Zeit voll und steht 75 Prozent der Zeit in der Nachtabsenkung von 10 Prozent: im Mittel 13 W. Nachts sind es 5 Prozent voll und 95 Prozent Nachtabsenkung: im Mittel 6 W. Pro Tag 16 × 13 + 8 × 6 = 256 Wh, pro Jahr 93 kWh statt 350 kWh: 73 Prozent weniger. Für die 100 Leuchten: 9.300 kWh und 2.325 Euro im Jahr, eine Einsparung von 25.700 kWh und über 6.400 Euro.
Die 8 Leuchten an der Ein- und Ausfahrt brennen tagsüber voll und nachts mit 25 Prozent: 263 kWh je Stück, 2.100 kWh zusammen, gegenüber 2.800 kWh im Dauerbetrieb. Das gesamte Parkhaus kommt so auf rund 11.400 kWh im Jahr statt 37.800 kWh. Bei einer Einsparung von 64 Euro je Leuchte und Jahr ist selbst der volle Anschaffungspreis eines Lichtbands der Serie TRIVO, 46 bis 129 Euro zzgl. MwSt., in etwa zwei Jahren wieder eingespielt.
Montage und Stromkreisaufteilung
Durchverdrahten spart Abzweigdosen: eine Einspeisung je Reihe von 10 Leuchten, das Kabel läuft von Stirnseite zu Stirnseite durch die Leuchte. Verteilen Sie die 108 Leuchten auf mindestens zwei Stromkreise je Ebene, damit ein ausgelöster Leitungsschutzschalter nie eine ganze Ebene verdunkelt. Nicht die 4,3 kW Gesamtleistung sind dabei das Problem, sondern der Einschaltstrom der Treiber; ein Schutzschalter mit C-Charakteristik verträgt diese Spitze besser als einer mit B-Charakteristik. Stellen Sie die Sensoren reihenweise direkt von der Hubarbeitsbühne aus ein, bevor Sie die Abdeckungen schließen.
Häufige Fragen
Warum 40 W und nicht 20 W oder 60 W?
Unter 2,6 Metern erreicht 40 W mit 5.600 lm die 75 lx mit einem Raster von 5 mal 6 Metern. Mit 20 W (2.800 lm) brauchen Sie doppelt so viele Lichtpunkte; 60 W ist erst bei höheren Decken oder weiteren Rastern sinnvoll.
Darf die Nachtabsenkung auf 0 Prozent gehen?
Technisch ja, aber ein dunkles Parkhaus wirkt unsicher und Kameras sehen nichts. Halten Sie 10 bis 20 Prozent ein.
Gelten diese Stückzahlen auch für mein Parkhaus?
Nur wenn Deckenhöhe, Reflexionsgrade und Aufteilung vergleichbar sind. Helle Wände und eine weiße Decke senken die Zahl; Unterzüge und eine höhere Decke erhöhen sie. Eine Lichtberechnung gibt Sicherheit je Zone.
Kann ich die Sensoreinstellungen später noch ändern?
Ja, mit der Fernbedienung für die Sensoreinstellungen passen Sie Reichweite, Nachlaufzeit und Nachtabsenkung an, ohne die Leuchte zu öffnen.
Wie lang ist die Lieferzeit für 108 Leuchten?
Lichtbänder liefern wir ab europäischem Lager innerhalb von 5 Werktagen; ab 100 Stück gilt ein Projektpreis.
Möchten Sie dieses Rechenbeispiel auf Ihr eigenes Parkhaus übertragen? Lassen Sie eine Lichtberechnung für 350 Euro zzgl. MwSt. erstellen oder fordern Sie direkt ein Angebot für die Lichtbänder der Serie TRIVO an; Lichtplein liefert ausschließlich an Unternehmen.
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