Stallbeleuchtung für Geflügel und Vieh: Anforderungen an die Leuchten
Ammoniak, Feuchtigkeit und Hochdruckreiniger machen den Stall zu einer der härtesten Umgebungen für eine Leuchte. Lesen Sie, welche Schutzart, Beleuchtungsstärke, Dimmung und Farbtemperatur Geflügel, Schweine und Milchvieh benötigen und wie Sie das mit Lichtbandleuchten aus der Serie TRIVO lösen.
Warum ein Stall andere Anforderungen stellt
Eine Leuchte im Stall hat es schwer. Die Luft enthält Ammoniak aus dem Mist, die Luftfeuchtigkeit ist hoch und es liegt ständig Staub von Futter und Einstreu in der Luft. Nach jedem Durchgang wird der Stall mit dem Hochdruckreiniger ausgewaschen und meist desinfiziert.
Eine normale Innenraumleuchte hält das nicht lange durch. Ammoniak greift ungeschütztes Aluminium und einfachen Stahl an, Wasser dringt über die Dichtung ein und Staub auf der Abdeckung kostet schnell einen spürbaren Teil des Lichtstroms. Eine Stallleuchte muss deshalb vier Anforderungen erfüllen: ein dichtes Gehäuse, das die Reinigung übersteht, Werkstoffe, die Ammoniak vertragen, eine Beleuchtungsstärke, die zur Tierart passt, und eine Lichtsteuerung, die flimmerfrei dimmt.
IP65, IP67 oder IP69K: welche Schutzart für welchen Stall
Die Schutzart entscheidet, wie die Leuchte die Reinigung übersteht. IP65 schützt gegen Staub und Strahlwasser aus einem normalen Schlauch und reicht in trockenen Ställen, die nur mit niedrigem Druck abgespritzt werden. IP67 deckt zeitweiliges Untertauchen bis 1 Meter ab, sagt aber nichts über Strahlwasser unter hohem Druck aus. IP69K ist die Schutzart für die Hochdruckreinigung: geprüft mit 80 Grad heißem Wasser bei 80 bis 100 bar aus kurzer Distanz.
Für Masthähnchenställe, Schweineställe und Melkstände, die nach jedem Durchgang ausgewaschen werden, empfehlen wir IP69K. Für einen frei gelüfteten Liegeboxenlaufstall mit begrenzter Reinigung genügt meist IP65. Die Serie TRIVO bietet beides: koppelbare Lichtbandleuchten in IP65 und Ausführungen in IP69K mit 40 W und 6.000 Lumen.
Achten Sie neben der Schutzart auf die Werkstoffe: Gehäuse und Abdeckung aus Polycarbonat, Verschlussclips aus Edelstahl und eine Dichtung, die Reinigungsmittel verträgt. Vermeiden Sie blankes Aluminium und verzinkte Teile im Tierbereich.
Wie viel Lux je Tierart
Die Beleuchtungsstärke ist keine Geschmacksfrage: Sie ist teils gesetzlich vorgegeben und teils durch Leistung und Tiergesundheit bestimmt. Richtwerte auf Tierhöhe, gemessen am Boden oder auf Höhe des Futtertischs:
- Masthähnchen: mindestens 20 Lux während der Hellphase nach der europäischen Tierschutzrichtlinie, in den ersten Tagen oft 30 bis 40 Lux, um die Küken zu Futter und Wasser zu führen.
- Legehennen: 10 bis 20 Lux an der Futterlinie, gleichmäßig verteilt gegen dunkle Ecken und verlegte Eier.
- Schweine: nach europäischen Vorgaben mindestens 40 Lux über mindestens 8 Stunden täglich, in Deutschland schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung im Aufenthaltsbereich der Schweine einen höheren Mindestwert vor (prüfen Sie die aktuell geltende Fassung); im Abferkelstall und bei Kontrollarbeiten 100 Lux oder mehr.
- Milchvieh: 150 bis 200 Lux über 16 Stunden täglich bei Langtagbeleuchtung, danach 6 bis 8 Stunden Ruhe unter 50 Lux, was in Untersuchungen mit einer höheren Milchleistung in Verbindung gebracht wird.
- Melkstand und Behandlungsbereich: 200 bis 500 Lux, denn hier arbeiten Menschen mit den Tieren und müssen Euter und Haut gut beurteilen können.
Die Gleichmäßigkeit wiegt schwerer als der Mittelwert. Ein Stall mit 180 Lux unter den Leuchten und 60 Lux dazwischen macht die Tiere unruhig. Rechnen Sie mit einem Verhältnis von Minimum zu Mittelwert von mindestens 0,5 und lassen Sie die Anordnung vorab berechnen.
Lichtprogramme und Dimmung
Geflügel und in geringerem Maße Schweine werden mit einem Lichtprogramm gehalten: feste Hellphasen, eine simulierte Morgen- und Abenddämmerung von 15 bis 30 Minuten und in der Kükenphase eine Absenkung von 40 auf 20 Lux oder darunter. Das verlangt Leuchten, die stufenlos und tief dimmen, bis unter 5 Prozent, ohne Pulsieren bei niedriger Stellung und ohne Sprung beim Abschalten.
Achten Sie bei der Wahl des Treibers auf die untere Grenze der Dimmkurve. Viele Standardtreiber enden bei 10 Prozent, zu hell für eine Dämmerungsphase im Geflügelstall. Fordern Sie die Dimmkurve an und prüfen Sie mit einem Luxmeter auf Tierhöhe. Für die Steuerung ist DALI-2 die flexibelste Wahl: Jede Leuchte oder Gruppe erhält eine eigene Adresse, das Programm läuft über den Klimacomputer oder eine separate Steuerung und lässt sich nachträglich ändern, ohne die Verkabelung anzufassen. TRIVO ist mit DALI-2-Treiber lieferbar, sodass die Lichtbandleuchten direkt im Lichtprogramm mitlaufen. Wo kein Programm nötig ist, etwa im Liegeboxenlaufstall, genügt eine Schaltuhr oder ein eingebauter Sensor.
Farbtemperatur und flimmerfreies Licht
Tiere sehen anders als Menschen. Geflügel nimmt Flimmern bis über 100 Hz wahr, während das menschliche Auge bei etwa 60 bis 90 Hz aufhört. Eine Leuchte, die für uns ruhig brennt, kann für Hühner sichtbar blinken, mit Unruhe und Federpicken als Folge. Wählen Sie deshalb Treiber mit geringer Restwelligkeit im LED-Strom (Flimmeranteil unter 5 Prozent), auch im gedimmten Zustand. Amplitudendimmung oder PWM mit einer Frequenz von einigen Kilohertz ist am sichersten.
Bei der Farbtemperatur gelten je Tierart andere Vorlieben. In Masthähnchenställen werden oft 2700 bis 3000 K eingesetzt, weil warmes Licht die Tiere ruhiger hält. Für Legehennen und Schweine sind 3000 bis 4000 K üblich. Milchvieh reagiert gut auf tageslichtähnliches Licht mit 4000 bis 5000 K bei Langtagbeleuchtung. Für den Melkstand wählen Sie 4000 K mit einer Farbwiedergabe von Ra 80 oder höher, damit Haut und Milch natürlich wirken.
Lichtbandleuchten aus TRIVO in der Praxis
Die meisten Ställe werden mit Feuchtraum-Lichtbandleuchten in Längsrichtung beleuchtet, in 2,5 bis 4 Metern Höhe zwischen den Bindern. TRIVO ist genau dafür ausgelegt: 20 bis 60 W bei 140 bis 150 Lumen pro Watt, eine Leuchte mit 40 W liefert also rund 6.000 Lumen. Die Leuchten sind durchverdrahtbar: ein Versorgungskabel von Leuchte zu Leuchte, keine Abzweigdosen im Stall. Das Gehäuse lässt sich ohne Schrauben öffnen, Treiber und Modul bleiben damit ohne Werkzeug zugänglich, auch nach Jahren im feuchten Raum.
Rechenbeispiel, nur zur Orientierung: Ein Liegeboxenlaufstall von 50 mal 12 Metern mit 150 Lux benötigt, mit einem Wartungsfaktor von 0,8 für eine verschmutzte Umgebung, in der Größenordnung von 30 Leuchten mit 40 W in drei Reihen. Ein Masthähnchenstall mit 20 Lux braucht einen Bruchteil davon, dort entscheiden Dimmbereich und Gleichmäßigkeit über die Wahl. Futterlager oder eine Mühle mit Staubexplosionsgefahr verlangen Leuchten aus der Serie EXORA für Zone 21 oder 22. Für Hof und Zufahrt runden Strahler aus FLUX oder Straßenleuchten aus VIA auf einem Stahl-Lichtmast aus TURRIS das Bild ab.
Häufige Fragen
Reicht IP65 für einen Stall aus?
Für einen frei gelüfteten Stall mit begrenzter Reinigung ja. Wird der Stall nach jedem Durchgang mit dem Hochdruckreiniger ausgewaschen, wählen Sie IP69K: Diese Schutzart ist mit heißem Wasser unter hohem Druck aus kurzer Distanz geprüft.
Wie tief muss eine Leuchte im Geflügelstall dimmen können?
Bis unter 5 Prozent, besser bis 1 Prozent, ohne Flimmern und ohne Sprung beim Abschalten. Fordern Sie die Dimmkurve des Treibers an; viele Standardtreiber enden bei 10 Prozent.
Welche Farbtemperatur wähle ich für Milchvieh?
4000 bis 5000 K, vergleichbar mit Tageslicht, über 16 Stunden täglich. Im Melkstand 4000 K mit einer Farbwiedergabe von Ra 80 oder höher.
Wie lang ist die Lieferzeit für TRIVO-Leuchten?
Die Lichtbandleuchten werden innerhalb von 5 Werktagen aus europäischem Lager geliefert. Ab 100 Stück gilt ein Projektpreis. Lichtplein liefert ausschließlich an Unternehmen.
Lassen sich die Leuchten durchverdrahten?
Ja. Die koppelbaren Lichtbandleuchten aus TRIVO sind durchverdrahtbar, sodass Sie ein Versorgungskabel je Reihe verlegen und keine separaten Abzweigdosen im Stall montieren müssen.
Möchten Sie sicher sein, dass Ihr Stall gleichmäßig das richtige Niveau erreicht? Fordern Sie eine Lichtberechnung an oder senden Sie Ihre Stückliste über die Angebotsseite, dann empfehlen wir Ihnen je Raum die passende Ausführung aus der Serie TRIVO.
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