Feuerverzinkt oder pulverbeschichtet: die Oberfläche von Lichtmasten
Ein Stahl-Lichtmast steht Jahrzehnte im Freien, und die Oberfläche entscheidet, ob er das ohne Rost übersteht. Was die Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461 leistet, wann ein Duplex-System mit Pulverbeschichtung in RAL 9005 den Mehrpreis wert ist und wie Sie die Erd-Luft-Zone schützen.
Warum die Oberfläche die Lebensdauer bestimmt
Ein Stahl-Lichtmast wird für 25 bis 30 Jahre gekauft. In dieser Zeit muss er Regen, Streusalz, Hundeurin und Freischneider wegstecken. Unbehandelter Stahl rostet im Freien innerhalb kurzer Zeit, der Korrosionsschutz ist also kein Detail, sondern der Kern der Spezifikation.
Es gibt zwei Standardvarianten: nur feuerverzinkt oder feuerverzinkt mit zusätzlicher Pulverbeschichtung, das Duplex-System. Die TURRIS Stahl-Lichtmasten mit 4 und 6 Metern liefern wir in beiden Ausführungen: blank verzinkt oder verzinkt und pulverbeschichtet in RAL 9005 Tiefschwarz. Beide aus Stahl S235JR, konisch, nach niederländischem Standard und mit dem Zopfmaß, auf das die VIA Straßenleuchten und die POLARIS Mastaufsatzleuchten passen.
Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461
Beim Feuerverzinken wird der komplette Mast nach dem Entfetten, Beizen und Fluxen in flüssiges Zink von rund 450 °C getaucht. Das Zink reagiert mit dem Stahl zu Zink-Eisen-Legierungsschichten mit einer Reinzinkschicht darüber. Es ist keine Schicht, die aufliegt, sondern eine, die mit dem Grundwerkstoff verbunden ist: Sie blättert nicht ab und löst sich nicht. Auch die Innenseite des Rohrs wird verzinkt.
DIN EN ISO 1461 koppelt die Mindestschichtdicke an die Stahldicke. Bei Blechdicken von 3 bis 6 mm, wie bei Lichtmasten üblich, gilt eine mittlere Schichtdicke von mindestens 70 Mikrometern; ab 6 mm sind es 85 Mikrometer. Zink wirkt außerdem als Opfermetall: Bei einem Kratzer bis auf den Stahl schützt das umliegende Zink den Stahl kathodisch weiter, sodass eine Beschädigung nicht unterrostet.
Wie lange das Zink hält, hängt von der Umgebung ab. In städtischer oder leicht industrieller Atmosphäre (Korrosivitätskategorie C3) verliert Zink im Mittel 0,7 bis 2,1 Mikrometer pro Jahr, im ländlichen Raum weniger. Eine Schicht von 70 Mikrometern hält damit in der Regel mehr als 30 Jahre ohne Wartung. Ein neuer Mast glänzt, nach einem Jahr ist er matt hellgrau; weiße Flecken (Weißrost) nach feuchter Lagerung sind kosmetisch.
Duplex: Pulverbeschichtung auf dem Zink
Pulverbeschichtung direkt auf blankem Stahl ist im Freien keine Option: Bei der ersten Beschädigung rostet die Schicht von unten ab. Beim Duplex-System wird der verzinkte Mast zunächst vorbehandelt (sweep-gestrahlt oder chemisch konvertiert), damit das Pulver haftet, und anschließend mit einer Polyester-Pulverschicht von in der Regel 60 bis 80 Mikrometern versehen, die bei 180 bis 200 °C aushärtet. Ein guter Beschichter wärmt den Mast vor, damit Ausgasungen aus der Zinkschicht keine Nadelstiche im Lack verursachen.
Die Kombination schützt länger als die Summe beider Schichten: Die Beschichtung schirmt das Zink ab und das Zink verhindert eine Unterrostung der Beschichtung. Für Duplex wird ein Faktor von 1,5 bis 2,5 gegenüber den addierten Lebensdauern genannt. Wird die Beschichtung beschädigt, sehen Sie eine graue Stelle, aber keinen Rost: Das Zink arbeitet unter dem Lack einfach weiter.
Für den TURRIS verwenden wir RAL 9005, Tiefschwarz: eine häufig gewählte Farbe für Stadtmobiliar, passend zu Zäunen, Fahrradständern, Abfallbehältern und Ladesäulen, die fast immer schwarz oder anthrazit ausgeführt sind.
Farbe im Straßenbild
Blank verzinkt ist die logische Wahl in Gewerbegebieten, auf Parkplätzen, an Erschließungsstraßen und auf Sportanlagen: funktional, wartungsfrei und nach einem Jahr unauffällig grau.
Schwarz wählen Sie dort, wo der Mast Teil der Gestaltung ist: Wohnstraßen, Ortskerne, Einkaufsbereiche, Plätze, Parks und Außenanlagen von Büros und Hotels. Ein schwarzer Mast wirkt schlanker, fällt vor dunklem Hintergrund weniger auf und bildet mit einer schwarzen POLARIS Mastaufsatzleuchte oder VIA Straßenleuchte eine Einheit. Viele Kommunen schreiben in einem Gestaltungshandbuch für den öffentlichen Raum eine feste Farbe vor; prüfen Sie das vor dem Angebot, denn die falsche Farbe lässt sich nachträglich nur schwer korrigieren.
Halten Sie Mast, Leuchte und Zubehör in derselben Farbe; ein verzinkter Mast mit schwarzer Leuchte wirkt unsauber. Wünschen Sie für ein größeres Projekt eine andere RAL-Farbe als 9005, stimmen Sie das vorab über die Kontaktseite ab.
Mehrpreis und Lieferzeit
Die TURRIS-Masten sind attraktiv bepreist auf Anfrage, Antwort innerhalb von 48 Stunden; die pulverbeschichteten Ausführungen kosten pro Stück mehr als die nur verzinkten. Der Mehrpreis für die Beschichtung gilt pro Mast, bei einer Straße mit 20 Masten also eine sichtbare Position im Angebot. Projektpreise gelten ab 20 Masten, die Lieferzeit beträgt 3 bis 6 Wochen; bei einer Sonderfarbe nach RAL (auf Anfrage) rechnen Sie bitte mit einer längeren Durchlaufzeit.
Wägen Sie den Mehrpreis gegen die Nutzungsdauer ab. Ein verzinkter Mast kostet nach dem Setzen nichts mehr. Ein pulverbeschichteter Mast braucht eine jährliche Sichtprüfung und gelegentliches Ausbessern, was über 25 Jahre ebenfalls Kosten verursacht. Im Gewerbegebiet ist verzinkt daher meist die logische Wahl; im Ortskern oder Wohngebiet ist der Mehrpreis für Schwarz schnell gerechtfertigt, erst recht, wenn die Kommune die Farbe vorschreibt. Lichtplein liefert ausschließlich an Unternehmen; für mehrere Masten fordern Sie einfach ein Angebot an.
Wartung und die Erd-Luft-Zone
Verzinkte Masten brauchen keine Wartung. Überstreichen Sie sie nicht ohne Vorbehandlung, denn normale Farbe haftet auf Zink schlecht. Pulverbeschichtete Masten spülen Sie einmal im Jahr ab, vor allem an Streustrecken, und Beschädigungen durch Steine, Schlösser und Freischneider bessern Sie noch in derselben Saison mit einem Reparaturlack für verzinkten Stahl aus. Aufkleber und Graffiti entfernen Sie mit einem milden Mittel, nie mit der Drahtbürste.
Der empfindlichste Teil jedes Mastes ist die Erd-Luft-Zone: etwa 30 cm unter bis 30 cm über der Geländeoberkante. Dort wechseln sich Feuchtigkeit und Sauerstoff ständig ab, Streusalz sammelt sich und der Freischneider schlägt an den Mast. In dieser Zone geht Zink deutlich schneller verloren als weiter oben am Mast.
Schützen Sie diese Zone mit einem Schrumpfschlauch: ein dickwandiger Schlauch mit Kleberinnenschicht, den Sie vor dem Setzen über den Mastfuß schieben und mit dem Brenner aufschrumpfen, vom Erdeinbauteil bis etwa 30 cm über die Geländeoberkante. Kontrollieren Sie beim Ausrichten, dass der Schlauch unbeschädigt ist, verfüllen Sie die Grube mit Sand statt mit Schutt und sorgen Sie dafür, dass Wasser am Mastfuß abfließen kann. Setzen Sie den NEXUS Mastanschlusskasten in die Türöffnung und verschließen Sie die Tür sorgfältig, dann bleibt auch das Mastinnere trocken.
Häufige Fragen
Kann ich einen verzinkten Mast nachträglich pulverbeschichten lassen?
In der Werkstatt ja, mit der richtigen Vorbehandlung. Ein bereits gesetzter Mast lässt sich vor Ort nur mit einem Haftgrund für Zink nasslackieren; das sieht ordentlich aus, erreicht aber nicht die Lebensdauer einer werkseitigen Duplex-Beschichtung. Bestellen Sie im Zweifel gleich die pulverbeschichtete Ausführung.
Rostet ein pulverbeschichteter Mast, wenn die Lackschicht beschädigt wird?
Nein. Unter der Beschichtung liegt die Zinkschicht, die den Stahl weiter schützt. Sie sehen eine graue Stelle, keinen Rost. Bessern Sie die Stelle aus, um Optik und Barrierewirkung wiederherzustellen.
Ist ein Schrumpfschlauch auch bei einem pulverbeschichteten Mast nötig?
Ja. Die Erd-Luft-Zone beansprucht beide Oberflächen am stärksten. Der Schlauch schützt die Beschichtung vor dem Freischneider und das Zink vor Feuchtigkeit und Salz. Bringen Sie den Schlauch an, bevor der Mast in die Grube kommt.
Woran erkenne ich einen sauber verzinkten Mast?
An einer gleichmäßigen, geschlossenen Zinkschicht ohne Fehlstellen oder dicke Zinknasen an den Schweißnähten und der Türöffnung. Mit einem magnetischen Schichtdickenmessgerät prüfen Sie an einigen Punkten, ob die Schicht die Mindestwerte nach DIN EN ISO 1461 erreicht: im Mittel 70 Mikrometer bei einer Wanddicke von 3 bis 6 mm.
Welche Leuchten passen auf den TURRIS?
Der TURRIS hat das niederländische Standard-Zopfmaß. Darauf passen die VIA Straßenleuchten (Mast 60 mm) und die POLARIS Mastaufsatzleuchten (60 bis 80 mm). Wählen Sie Leuchte und Mast in derselben Farbe.
Sehen Sie sich die TURRIS Stahl-Lichtmasten in beiden Oberflächen an oder fordern Sie für 20 Masten und mehr direkt ein Projektangebot an.
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