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LICHTPLEIN
Wissen · 14 September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Bürobeleuchtung: Lux, UGR und Lichtbänder nach Norm

500 Lux auf dem Schreibtisch, UGR 19 und eine Gleichmäßigkeit von 0,60: Das fordert die Norm für Büroarbeit. So übersetzen Sie diese Anforderungen in Lichtbänder, in die Wahl zwischen Pendel- und Anbaumontage und in die richtige Leistungsstufe.

Was die Norm auf der Nutzebene fordert

Die Anforderungen an die Bürobeleuchtung stehen in DIN EN 12464-1, der europäischen Norm für die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen. Für Schreiben, Lesen, Tastaturarbeit und Bildschirmarbeit fordert die Norm 500 Lux auf der Nutzebene: die Tischplatte, in der Berechnung eine horizontale Ebene 0,75 m über dem Boden. Das ist ein Wartungswert, also das Niveau, das nach Alterung und Verschmutzung noch erreicht werden muss.

Um den Arbeitsbereich gelten niedrigere Werte: mindestens 300 Lux im unmittelbaren Umgebungsbereich und 100 Lux im Hintergrundbereich. Andere Büroflächen haben eigene Anforderungen:

  • Besprechungsraum: 500 Lux, UGR 19
  • Empfang: 300 Lux, UGR 22
  • Archiv: 200 Lux, UGR 25
  • Flure: 100 Lux, UGR 28

Außerdem fordert die Norm eine Gleichmäßigkeit Uo von mindestens 0,60 auf der Nutzebene (kleinster Wert geteilt durch Mittelwert), einen Farbwiedergabeindex Ra von mindestens 80 und Licht auf Wänden und Decke, in der Größenordnung von 50 bis 75 Lux an der Wand und 30 bis 50 Lux an der Decke, je nach Normausgabe. Ein Büro, das nur die Schreibtische beleuchtet, wirkt düster, auch wenn die 500 Lux erreicht sind.

UGR 19: Blendung über die Anordnung beherrschen

Der UGR-Wert (Unified Glare Rating) beschreibt, wie viel Direktblendung eine Anlage erzeugt; für Schreibtischarbeit liegt die Grenze bei UGR 19. Der UGR-Wert im Datenblatt ist ein Tabellenwert für einen Referenzraum. Was Sie im Projekt erreichen, hängt von den Raumabmessungen, der Montagehöhe, den Reflexionsgraden und der Blickrichtung der Mitarbeiter ab.

Drei Faktoren machen in der Praxis den Unterschied:

  • Blickrichtung: Lichtbänder parallel zur Blickrichtung ergeben einen niedrigeren UGR-Wert als Bänder quer zum Schreibtisch.
  • Leuchtdichte über 65 Grad: Für Bildschirmarbeit begrenzt die Norm die Leuchtdichte der Leuchte unter flachen Blickwinkeln, damit sie sich nicht im Bildschirm spiegelt. Eine opale oder mikroprismatische Abdeckung hält diese Leuchtdichte niedrig.
  • Hintergrund: Eine helle Decke und helle Wände senken den Kontrast und damit den UGR-Wert.

Die Lichtbandleuchten der Serie LINEA haben UGR<21 als Tabellenwert. In einem konkreten Büro mit heller Decke und Bändern parallel zur Blickrichtung fällt der berechnete Wert oft niedriger aus; ob Sie auf 19 kommen, muss die Lichtberechnung zeigen.

Lichtbänder koppeln: von der Einzelleuchte zum durchgehenden Band

Ein Lichtband besteht aus Modulen, die Sie mechanisch und elektrisch zu einem durchgehenden Band koppeln: keine sichtbare Fuge und ein Einspeisepunkt pro Band statt pro Leuchte. Das spart Montagezeit und Kabel. Die Module der Serie LINEA sind fugenlos koppelbar und in Weiß und Schwarz lieferbar.

Beim Auslegen der Bänder beachten Sie:

  • Bandabstand: Bei 2,7 bis 3 m Montagehöhe liegen 2 bis 3 m zwischen den Bändern meist richtig für 500 Lux und Uo 0,60.
  • Position: das Band neben oder zwischen den Schreibtischen, nicht direkt über dem Bildschirm, parallel zur Blickrichtung.
  • Fassade: das erste Band 1 bis 1,5 m vom Fenster entfernt, damit die Tageslichtzone nicht doppelt beleuchtet wird.
  • Bestellung: Zählen Sie pro Raum die Module pro Band, die Anzahl der Bänder, die Farbe und die Uplight-Module aus.

Pendel oder Anbau, und der Indirektanteil

Anbaumontage ist die Wahl bei Deckenhöhen bis etwa 2,7 m und bei abgehängten Decken ohne freien Raum darüber. Die Leuchte sitzt an der Decke, das gesamte Licht geht nach unten. Pendelmontage wird ab etwa 2,8 m interessant: Sie hängen das Band 0,3 bis 0,6 m unter die Decke, näher an die Nutzebene.

Der große Vorteil der Pendelmontage ist der Indirektanteil. Ein Uplight-Modul lenkt einen Teil des Lichts an die Decke, die es diffus zurückwirft. Die Decke wird selbst zur Lichtquelle: weniger Kontrast, niedrigerer UGR-Wert, weichere Schatten auf dem Schreibtisch, und die Wand- und Deckenwerte der Norm werden leichter erreicht. Für LINEA gibt es dafür ein separates indirektes Uplight-Modul, das Sie pro Modul auf dem Band kombinieren.

Indirektes Licht funktioniert nur mit einer hellen Decke: Rechnen Sie mit einem Reflexionsgrad von 0,7 für Weiß. Eine dunkle oder offene Decke mit sichtbarer Installation schluckt den größten Teil. Wählen Sie dann Anbau oder Pendel ohne Uplight.

Einstellbare Leistung: 24, 32 oder 40 W pro Modul

Die LINEA-Lichtbandleuchte hat eine einstellbare Leistung: 24, 32 oder 40 W, umschaltbar über einen Schalter am Treiber. Bei 120 lm/W sind das etwa 2.900, 3.800 oder 4.800 Lumen pro Modul. Sie bestellen einen Artikel für das ganze Büro und stellen die Leistung bei der Montage pro Raum ein:

  • Großraumbüro: 40 W für 500 Lux.
  • Flur oder Teeküche: 24 W, wo 100 bis 200 Lux genügen.
  • Höhere Decke: eine Stufe höher für dieselben Lux auf der Nutzebene.
  • Nach der Messung: zu viel Licht? Eine Stufe niedriger, und Sie sparen sofort Energie.

Stellen Sie die Leistung vor der Montage ein, im spannungsfreien Zustand, und vermerken Sie die Stufe pro Raum in der Übergabedokumentation.

Rechenbeispiel: Großraumbüro mit 48 m²

Ein Großraumbüro von 8 mal 6 m, Deckenhöhe 2,8 m, weiße Decke, helle Wände, acht Arbeitsplätze in zwei Reihen. Benötigt auf der Nutzebene: 48 m² × 500 Lux = 24.000 Lumen. Nicht alles Licht erreicht die Nutzebene, und die Anlage altert; rechnen Sie mit einem Raumwirkungsgrad von etwa 0,65 und einem Wartungsfaktor von 0,8. Dann sind rund 24.000 / (0,65 × 0,8) ≈ 46.000 Lumen installierter Lichtstrom nötig.

Zwei Bänder mit je fünf Modulen bei 40 W liefern 48.000 Lumen bei 400 W, also 8,3 W/m². Drei Bänder mit je vier Modulen bei 32 W liefern 46.000 Lumen bei 384 W und eine bessere Gleichmäßigkeit, weil der Bandabstand von 3 auf 2 m sinkt. Die zweite Variante braucht mehr Module, erreicht Uo 0,60 aber leichter und lässt Spielraum, später eine Stufe höher zu gehen. Welche Variante in Ihre Decke passt und welcher UGR-Wert sich pro Arbeitsplatz ergibt, berechnet eine Lichtberechnung für 350 Euro zzgl. MwSt.

Häufige Fragen

Sind 500 Lux Pflicht?

DIN EN 12464-1 ist eine Norm, kein Gesetz. Das Arbeitsschutzrecht verlangt aber eine ausreichende Beleuchtung, und in der Praxis prüfen Auftraggeber, Versicherer und Behörden anhand dieser Norm. Planen Sie ohne triftigen Grund nicht darunter.

Darf ich eine Leuchte mit UGR<21 einsetzen, wo UGR 19 gefordert ist?

Ja, sofern die Berechnung für Ihren Raum UGR 19 oder weniger ergibt. Der Tabellenwert ist eine Referenz; Raumgröße, Deckenreflexion und die Ausrichtung der Bänder bestimmen das Ergebnis.

Wie viele Module brauche ich pro Quadratmeter?

Als Faustregel bei 2,8 m Deckenhöhe: ein 40-W-Modul pro 4 bis 5 m² für 500 Lux. Die Berechnung ist entscheidend.

Pendel oder Anbau bei einer abgehängten Decke?

Beides ist möglich: Anbau auf dem Deckenraster oder Abpendelung von der Rohdecke durch die Platten hindurch, sofern unter dem Band genug Höhe bleibt.

Kann ich die Leistung später noch ändern?

Ja. Spannung freischalten und den Leistungsschalter am Treiber umstellen. Die neue Stufe in der Dokumentation vermerken.

Sehen Sie sich die Lichtbandleuchten der Serie LINEA an oder lassen Sie Ihr Büro über eine Lichtberechnung durchrechnen: Sie erhalten Lux, UGR und Gleichmäßigkeit pro Raum sowie eine Stückliste, die direkt in Ihre Angebotsanfrage übernommen werden kann. Lichtplein liefert ausschließlich an Unternehmen.