Federklemme oder Schraubklemme beim Schalterprogramm: was Sie wählen sollten
Einen Schalter oder eine Steckdose schließen Sie mit einer Federklemme oder einer Schraubklemme an. Dieser Unterschied bestimmt, wie schnell Sie montieren, welchen Leiter Sie verwenden können und wie die Verbindung über die Jahre hält. Hier lesen Sie die Vor- und Nachteile und welche Lichtplein-Serie welches System hat.
Zwei Wege, einen Leiter festzusetzen
Hinter jedem Schalter, Dimmer und jeder Steckdose steht dieselbe Aufgabe: Ein Kupferleiter muss über Jahre mit ausreichendem Kontaktdruck an einem stromführenden Teil anliegen. Bei einer Schraubklemme ziehen Sie eine Schraube an, die den Leiter direkt oder über ein Druckstück festklemmt. Bei einer Federklemme (auch Steckklemme genannt) stecken Sie den abisolierten Leiter in eine Öffnung, worauf eine Stahlfeder den Leiter gegen die Stromschiene drückt.
Beide Systeme sind genormt und sicher, sofern Sie sie bestimmungsgemäß einsetzen. Der Unterschied liegt in der Montagezeit, in der Leiterart, im Lösen und im Verhalten der Verbindung über die Jahre.
Montagegeschwindigkeit: wo der Gewinn liegt
Bei einer Federklemme besteht der Anschluss aus zwei Handgriffen: auf die angegebene Länge abisolieren und einstecken. Kein Schraubendreher, kein Anziehen, kein Zweifel, ob die Schraube wirklich fest sitzt. Bei einer Schraubklemme kommen je Leiter das Lösen, Einlegen und Anziehen hinzu, plus eine kurze Zugprobe.
Pro Anschluss sind das wenige Sekunden, aber es summiert sich. Ein Rechenbeispiel: Eine Wohnung mit 60 Schalter- und Steckdosenstellen und durchschnittlich drei Leitern je Stelle kommt auf 180 Anschlüsse. Bei 10 Sekunden Ersparnis je Leiter ist das eine halbe Stunde je Wohnung, und bei 40 Wohnungen 20 Stunden.
Der zweite Gewinn liegt in der Kontrolle. Eine Federklemme ist richtig oder falsch: Der Leiter sitzt bis zum Anschlag in der Klemme oder nicht. Bei einer Schraubklemme hängt die Qualität vom Anzugsdrehmoment ab, und das ist am Ende eines Arbeitstags nicht immer gleich.
Zuverlässigkeit: Kontaktdruck über die Jahre
Kupfer verformt sich unter Druck langsam. Eine Schraubklemme, die bei der Montage fest saß, kann nach Jahren des Erwärmens und Abkühlens etwas Spiel bekommen: Der Kontaktdruck sinkt, der Übergangswiderstand steigt und der Kontakt wird wärmer. Deshalb ist das Nachziehen von Schraubklemmen in Verteilern ein bekannter Wartungspunkt. Hinter einem Schalter in der Unterputzdose geschieht das praktisch nie, dort muss die Montage auf Anhieb stimmen.
Eine Federklemme hält den Kontaktdruck selbst aufrecht: Die Feder folgt dem Leiter, wenn er sich etwas setzt. Federklemmen sind dadurch wenig empfindlich gegen Vibrationen und Temperaturwechsel und müssen nicht nachgezogen werden. Eine korrekt angezogene Schraubklemme an massivem Leiter hält ebenfalls Jahrzehnte (halten Sie das vom Hersteller angegebene Anzugsdrehmoment ein, bei Schalterprogrammen meist unter 1 Nm), aber eine Federklemme lässt weniger Raum für einen Montagefehler.
Massiver oder feindrähtiger Leiter
Hier liegt der wichtigste praktische Unterschied. Eine Steckklemme ist für massiven Leiter ausgelegt: die eindrähtige Ader mit 1,5 oder 2,5 mm², die im Wohnungsbau im Rohr liegt. Ein massiver Leiter ist steif genug, um die Feder aufzudrücken, und bleibt danach gerade in der Klemme.
Feindrähtigen Leiter (flexibel, wie in Anschlussleitungen) drücken Sie nicht einfach in eine Steckklemme: Die dünnen Drähte spreizen sich und die Feder greift schlecht. Feindrähtiger Leiter geht nur mit Aderendhülse, und nur wenn das Datenblatt der Klemme dies zulässt. Eine Schraubklemme nimmt massiven und feindrähtigen Leiter ohne Weiteres auf, wobei auch dort eine Aderendhülse auf feindrähtigem Kupfer die saubere Lösung ist.
Faustregel: Wohnungsbau und Renovierung mit eindrähtiger Ader, greifen Sie unbesorgt zur Federklemme. Arbeiten Sie viel mit feindrähtigem Leiter, zum Beispiel bei Aufputzmontage mit Leitung, dann ist eine Schraubklemme oder eine Federklemme mit Aderendhülse angenehmer.
Lösen und Wiederverwendung
Eine Schraubklemme lösen Sie und ziehen sie wieder an, so oft Sie möchten; den Leiter legen Sie unverändert wieder ein. Bei einer Federklemme lösen Sie den Leiter über die Entriegelungsöffnung: mit einem kleinen Schraubendreher die Feder eindrücken und den Leiter herausziehen.
Der geklemmte Teil des Leiters zeigt danach meist einen leichten Abdruck der Feder. Schneiden Sie das Ende ab und isolieren Sie neu ab, bevor Sie den Leiter erneut einstecken. Das kostet einige Zentimeter Leiter; planen Sie daher ausreichend Länge in der Unterputzdose ein. Bei einem Umbau, bei dem Schalter mehrmals versetzt werden, ist eine Schraubklemme etwas nachsichtiger.
Welche Serie hat was: Liregus Modern und Liregus Alfa
Lichtplein führt zwei Schalterprogramme des litauischen Herstellers Liregus (seit 1944), jedes mit eigenem Anschlusssystem.
- Liregus Modern arbeitet mit Federklemmen. Die Premium-Serie: flaches, mattes Schalterprogramm mit schlanken Abdeckrahmen in Weiß matt, Schwarz matt, Sand matt und Champagner. 157 Artikel, darunter Dimmer, USB-Steckdosen und Netzwerkdosen CAT6a. Die Schutzkontakt-Steckdose ist in Liregus Modern auch mit Schraubklemme lieferbar; das Anschlusssystem steht je Artikel in den Spezifikationen und im Datenblatt von Liregus auf der Produktseite. Für Wohnungen, Hotels und Büros, in denen Sie auf Anhieb richtig montieren und danach nicht mehr hinter die Abdeckung müssen.
- Liregus Alfa arbeitet mit Schraubklemmen. Das Basis-Schalterprogramm für Neubau und Renovierung: 115 Artikel in Weiß und Sand, mit und ohne Abdeckrahmen, Unterputz und Aufputz. Bewährt, robust und für massiven wie feindrähtigen Leiter geeignet.
Preislich liegen die Serien nah beieinander: Ein einpoliger Schalter kostet bei Liregus Alfa rund 10 Euro und bei Liregus Modern rund 12 Euro zzgl. MwSt., ein einfacher Abdeckrahmen beginnt bei 1 beziehungsweise 2 Euro. Der Unterschied liegt in Oberfläche, Farbauswahl und Sortimentsbreite, nicht im Basisschalter.
Viele Installateure kombinieren: Liregus Alfa in Abstellraum, Zählerschrank und Technikräumen, Liregus Modern in Wohn- und Repräsentationsräumen. Das Schalterprogramm beider Serien hat Schutzart IP20 für trockene Innenräume und wird ab europäischem Lager innerhalb von 5 Werktagen geliefert, ausschließlich an Unternehmen, mit Projektpreisen ab 100 Stück.
Häufige Fragen
Kann ich feindrähtigen Leiter in der Federklemme von Liregus Modern verwenden?
Nur mit Aderendhülse und nur, wenn das Datenblatt des jeweiligen Artikels dies zulässt. Eindrähtige Ader mit 1,5 und 2,5 mm² stecken Sie direkt ein.
Muss ich Schraubklemmen hinter einem Schalter nachziehen?
In der Praxis geschieht das praktisch nie, weil die Abdeckung nicht mehr geöffnet wird. Achten Sie daher bei der Montage auf das richtige Anzugsdrehmoment und machen Sie an jedem Leiter eine kurze Zugprobe.
Wie lang isoliere ich für eine Federklemme ab?
Halten Sie die Abisolierlänge ein, die auf dem Produkt oder im Datenblatt angegeben ist, bei Federklemmen in der Regel 10 bis 12 mm. Zu kurz ergibt schlechten Kontakt, zu lang lässt blankes Kupfer außerhalb der Klemme.
Kann ich Liregus Modern und Liregus Alfa in einem Projekt kombinieren?
Ja, das ist üblich: Liregus Alfa in Technikräumen und Abstellräumen, Liregus Modern in sichtbaren Räumen. Bleiben Sie je Raum bei einer Serie, da Abdeckrahmen und Optik je Serie unterschiedlich sind.
Sehen Sie sich das komplette Schalterprogramm von Liregus Modern und Liregus Alfa an, oder eröffnen Sie ein Geschäftskonto und fordern Sie für Ihr Projekt ein Angebot an.
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